Sabine Thiesler: Und draußen stirbt ein Vogel

Auch wenn die Bücher der Autorin immer nach dem gleichen Schema ablaufen, war ich bisher von jedem Buch begeistert. Leider bleibt "Und draußen stirbt ein Vogel" hinter meinen Erwartungen zurück...
Sabine Thiesler - Und draußen stirbt ein Vogel

Die Story:
Die erfolgreiche Autorin Rina Kramer kehrt nach einer ausgedehnten Lesereise durch Deutschland in ihr Landhaus in der Toskana zurück. Hier möchte sie gemeinsam mit ihrem Sohn Fabian die Ferien genießen. Doch eines Tages klopft Manuel an ihre Tür, um in das Gästepavillion einzuziehen. Auf den ersten Blick scheint er ein sympathischer Mann zu sein, doch schnell muss Rina feststellen, dass Manuel sich merkwürdig verhält. Kann dieser Mann ihr gefährlich werden? Oder handelt es sich doch nur um einen etwas skurrilen Touristen?

Meine Meinung:
Bereits auf den ersten Seiten erfährt man von der Obsession und dem gleichzeitigen Hass, den Manuel auf Rina projiziert. Als erfolgloser Schriftsteller fühlt er sich von ihr hintergangen - und trotzdem entpuppt er sich als regelrechter Stalker, der ihr nachreist und ihre Bücher auswendig kennt. Manuel wird möglichst ekelig beschrieben: Er ist ungepflegt, scheint stark zu schwitzen und entsprechend zu riechen und lebt mit seiner Ratte in einem alten Wohnwagen. Gleichzeitig wird er von den Personen im Buch immer als sympathischer und attraktiver Mann beschrieben. Das passt für mich nicht so ganz zusammen...
Neben ihm gibt es noch weitere, abgedrehte Persönlichkeiten. Beispielsweise Don Matteo, der Kinder des Kinderheimes für sexuellen Missbrauch vermietet hat. Oder die undurchsichtige und etwas wilde Primetta etc.
Im Laufe des Buches steigt die Spannung immer weiter an. Gleichzeitig erfährt man die Hintergründe des Hasses auf Rina. Doch auch hier war ich nicht so ganz überzeugt: Die Gründe kann man tatsächlich nur nachvollziehen, wenn man Manuel als zutiefst gestörten Menschen ansieht. Bevor Manuel zuschlagen kann, musste sich die Autorin noch etwas einfallen lassen, damit Rina ihm auch tatsächlich alleine ausgeliefert ist (= die Sache mit Fabian).
Der Handlungsstrang um den liebevollen Pater hat meiner Meinung nach sowieso zu viel Platz eingenommen, weil er die Geschichte nicht wirklich vorangetrieben hat. Auch vom Showdown war ich enttäuscht, da das Buch dann viel zu schnell/abrupt und viel zu willkürlich geendet hat.
Insgesamt also viele Kritikpunkte, aber nichtsdestotrotz hatte es eine fast unterschwellige Spannung, die immer weiter zugenommen hat. Auch der Schreibstil ließ sich wie immer wunderbar lesen.

Fazit:
Ein spannender Psychothriller! Leider ist es für mich trotzdem das bisher schwächste Buch der Autorin. Deshalb kann ich nur 3 Sterne vergeben.

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Weitere Informationen gibt es direkt beim Heyne-Verlag.


Sabine Thiesler: Und draußen stirbt ein Vogel Sabine Thiesler: Und draußen stirbt ein Vogel Reviewed by Christian on 20.1.16 Rating: 5

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