Rex Stout: Es klingelte an der Tür

Ein alter Krimi im neuen Gewand: Das Buch des bereits verstorbenen Autors feierte 1965 Premiere. Leider konnte mich es im Jahr 2017 nicht so ganz überzeugen...
Es klingelte an der Tür
Rex Stout - Es klingelte an der Tür
Ein Fall für Nero Wolfe

Inhalt:
Die vermögende Witwe Rachel Bruner hat ein Problem: Sie hat sich durch das Aufkaufen und Verschicken eines Enthüllungsbuchs ausgerechnet mit dem FBI angelegt und wird seitdem überwacht und verfolgt. Das Umgehen dieser Beschattung ist ihr stolze 100.000 Dollar wert! Diese Summe will sich der etwas behäbige Detektiv Nero Wolfe natürlich nicht entgehen lassen und stürzt sich gemeinsam mit seinem Partner Archie Goodwin in die Ermittlungsarbeiten. Doch wie sollen die beiden gegen den mächtigen Geheimdienst ankommen? Und geraten sie durch die Annahme des Auftrages nicht sogar selbst ins Fadenkreuz?

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir die Nero Wolfe-Reihe bisher nichts gesagt hatte - auch wenn ich schon viele Klassiker der Krimi-Literatur gelesen habe. Umso mehr habe ich mich über das geschenkte Exemplar von Lovelbooks gefreut (hier mehr zur Überraschungspost lesen). Die Neuauflage sieht super aus und hat durch das etwas genoppte Hardcover eine tolle Haptik.
Doch leider konnte mich der eigentliche Inhalt des Krimis nicht wirklich überzeugen. Im Vergleich zu aktuellen Krimis ist "Es klingelte an der Tür" ein sehr gemächlicher Krimi, der sich (wie es sich für einen guten Krimi gehört) auf die Ermittlungsarbeit konzentriert und Effekthascherei außer Acht lässt. Das habe ich erwartet und war deshalb nicht enttäuscht. Was ich aber schade finde, ist dass der berühmte Detektiv und Hauptprotagonist nicht wirklich selbst ermittelt! Während er es sich zu Hause bei gutem Essen und seinen Orchideen gemütlich macht, muss sein Laufbursche (im wahrsten Sinne des Wortes) praktisch alles alleine machen. Die Geschichte bietet großes Potential, aber interessanterweise kommt so gut wie keine Spannung auf - die Ermittlungsarbeit gegen den übermächtigen Geheimdienst war für mich eher zäh als fesselnd...und das obwohl der Krimi mit 250 Seiten sehr dünn ist. Ein Pluspunkt gibt es aber für die auch heute zeitgemäße Thematik!
Bei der großen Fangemeinde dieser Reihe hatte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr erhofft. Da halte ich mich zukünftig lieber an die lieb gewonnenen Holmes oder Marple, denn die beiden lösen ihre Fälle wenigstens noch selbst.

Fazit:
Ebenso wie der Ermittler kommt "Es klingelte an der Tür" trotz aktueller Thematik eher behäbig daher. Kein Reinfall, aber auch kein wirklich empfehlenswerter Krimi. Ich vergebe gut gemeinte 2,5 Sterne.

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Mehr Infos: Klett-Cotta-Verlag
Rex Stout: Es klingelte an der Tür Rex Stout: Es klingelte an der Tür Reviewed by Christian on 20.5.17 Rating: 5

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