Anthony O'Neill: Dark Side

Die Besiedelung des Mondes bietet viele Möglichkeiten für die Menschheit. Aber wie wird sich die Gesellschaft abseits der Erde entwickeln? Insbesondere dann, wenn die Geschicke durch einen ebenso exzentrischen wie skrupellosen Mulitmilliardär gesteuert werden?

Anthony O'Neill - Dark Side
Anthony O'Neill - Dark Side
Inhalt:
In Purgatory herrscht Anarchie! Die Kolonie ist fest in der Hand des Multimilliardär Fletcher Brass und ein begehrtes Ausflugsziel für Bewohner der Erde, die sich mal so richtig auszutoben wollen. Ausgerechnet in diese "Sin City" wird Polizeileutnant Damien Justus strafversetzt. Und im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist er nicht bestechlich und möchte tatsächlich etwas gegen die Kriminalität auf dem Mond unternehmen. Als die Vorbereitungen für die Besiedelungen des Mars beginnen, entfacht ein erbitterter Machtkampf um Flechters Nachfolge. Und dann treibt auf der dunklen Seite des Mondes auch noch ein augenscheinlich wahnsinnig gewordener und massenmordender Android sein Unwesen...

Meine Meinung:
Das Buch ist aufgeteilt in zwei Erzählstränge: Man verfolgt die Ermittlungsarbeiten des Polizisten Damien Justus, der innerhalb des Haifischbeckens Purgatorys eine Reihe von Attentaten aufklären muss und in den Machtkampf um Fletchers Nachfolge gerät. Gleichzeitig verfolgt man einen Androiden auf dem Weg nach El Dorado (oder Oz), auf welchem er immer wieder auf die im Exil lebenden Schwerkriminellen der Erde trifft. Denn die besonders harten Fälle werden auf die dunkle Seite des Mondes abgeschoben und leben dort in Isolationshaft. Offensichtlich wurde der Android umprogrammiert, denn eigentlich sollen diese den Menschen dienen - dieser besondere Roboter befindet sich aber auf einem extrem(!) blutgetränkten Eroberungsfeldzug nach Purgatory. Und er hält sich strikt an Fletchers perfiden Kodex, der unter anderem folgendes besagt: "Versuche niemals mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, es sei denn, es ist der Kopf eines anderen."(das darf hier gerne wörtlich genommen werden).
Diese Kapitel waren der absolute Höhepunkt des Buches und gingen ganz stark in die Richtung Horror, da der extrem attraktive und (zumindest vorerst) freundliche Android alles tun würde, um seinen Willen zu bekommen. Das geradezu wahnsinnige Verhalten sorgt beim Lesen tatsächlich für Nervenkitzel oder sogar Gänsehaut. Ganz großes Kino! Im Vergleich dazu wirkt der zweite Handlungsstrang um Justus aber leider ziemlich blass, voller Klischees und nur mäßig spannend. Die Geschichte des aufrechten Polizisten, der gegen ein übermächtiges/korruptes System kämpft kennt man leider schon und auch diese exotische Kulisse konnte mich da nicht unbedingt überzeugen. Das Ende war aber dennoch überraschend und hat mich etwas mit dem Buch (bzw. dem Purgatory-Teil) versöhnen lassen.

Fazit:
Ein klassischer Gut gegen Böse-Western in lunarem Setting trifft auf waschechten Horror über einen wahnsinnigen Androiden. Interessanter Mix, bei dem mich vor allem der Horror-Anteil fesseln konnte. Ich vergebe 4 Sterne.

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Anthony O'Neill: Dark Side Anthony O'Neill: Dark Side Reviewed by Christian on 3.6.17 Rating: 5

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